ww.geo-lieven.com PAB   Bedburg, 01.01.2008

 

seit über 20 Jahren

 

- gegründet 1987 durch befreundete Fossiliensammler.

 

 

Da wir damals alle schon seit Jahren, teilweise von Kindheit an, an geologischen und paläontologischen Dingen sehr interessiert waren, wollten wir das Fossiliensammeln in der Gruppe pflegen. So beschlossen wir die Gründung eines Paläontologischen Arbeitskreises, der ohne die übliche Vereinsmeierei und Geheimniskrämerei um Fundstellen und Präparationstipps bestehen sollte.

 

Grundsätzlich sammeln wir alle Fossilien aus allen Erdzeitaltern. Als Schwerpunkte unserer Sammeltätigkeit bildeten sich inzwischen jedoch die Themenbereich: Ammoniten, Korallen, Seeigel und Trilobiten, sowie Fossilien aus den Braunkohlentagebauen des Rheinischen Braunkohlenreviers heraus.

 

Im Braunkohlentertiär gelangen uns in den vergangenen Jahren die Funde von zwei Holotypen zur Art (Liquidambar lievenii und Torreya schulzii) sowie einem Paratypus zur Art Rhizocaulon zenetti, die sich inzwischen in der Paläobotanischen Sammlung des Naturmuseums Augsburg befinden. Darüber hinaus wurde bei der PBA-Exkursion im Sommer 2008 der Holotypus zur Art Rhizocaulon garzweilerense gefunden.

 

Eine in diesem Zusammenhang oft gestellte Frage ist, wieso Fossilien aus dem Rheinland den Weg nach Augsburg ins Naturmuseum finden? Wir beantworten sie mit dem Hinweis, dass sich erfahrungsgemäß nicht alle Wissenschaftler gegenüber Fossiliensammlern öffnen und zu einer möglichst gleichberechtigten, konstruktiven Zusammenarbeit bereit sind. Einer der Ersten, der uns mit offenen Armen, ohne jeden Standesdünkel aufgenommen hat und uns mit seinem Fachwissen vorbehaltlos zur Seite stand, war Herr Dr. H.-J. Gregor, der u. a. als freier Mitarbeiter am Naturmuseum Augsburg wirkt.

 

Das aktive Sammeln von Fossilien setzt voraus, dass man sich auf Exkursionen in Steinbrüchen, frisch gepflügten Äckern, an Küsten und anderen Aufschlüssen (z.B. Straßenbaustellen) in körperlicher Arbeit betätigt und mit Hammer, Meißel, Brecheisen, Schaufeln und Sieben umgehen kann. Gleichzeitig lässt sich, neben allen Fachbüchern und Gesprächen, ein tieferes Verständnis für Fossilien und von geologischen Ablagerungsvorgängen nur vor Ort erlangen. Von daher führen wir regelmäßig Exkursionen ins In- und Ausland (Belgien, Dänemark, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Italien, Niederlande, Österreich, Portugal, Schweden, Spanien, Ungarn, usw.) durch.

 

Zur Exkursionsvor- und nachbereitung, zur Präparation und Fossilienbestimmung treffen wir uns monatlich zu einem ungezwungenen, lockeren Erfahrungsaustausch. Hierzu sind Gäste ebenso willkommen wie zu Sammlungsbesichtigungen und zum Tausch von Fossilien und Fundstelleninfos.

 

Zusätzlich zur „internen“ Arbeit mit Fossilien pflegen wir einen regen Kontakt zu Sammlern, Wissenschaftlern, Museen und Instituten im In- und Ausland.

 

Darüber hinaus halten wir Vorträge und bestücken Ausstellungen zu den Themenbereichen Geologie, Paläontologie und Präparationstechnik in Schulen, Museen, bei Sammlergruppen und auf Fachtagungen.

 

 

Der Paläontologische Arbeitskreis Bedburg im Jahr 2007

hinten (von links): G. Horning, B. Sendzik

vorne (von links): R. Göttlinger, U. Lieven

 

 

"Wie fruchtbar ist der kleinste Kreis, wenn man ihn wohl zu pflegen weiß!" (Goethe)

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Am 24.03.2007 wurde mir in der Filderhalle in Leinfelden-Echterdingen die August-Wetzler-Medaille verliehen.

 

       

 

Wie bei der Laudatio betonte wurde, wird diese Auszeichnung vom Heimatmuseum Günzburg, dem Naturmuseum Augsburg und der an beiden Institutionen tätigen Paläobotanisch-Biostratigraphischen Arbeitsgruppe „zum Dank und als Anerkennung für herausragende Tätigkeiten auf dem Gebiet der Geowissenschaft an versierte Privatpersonen verliehen.“

 

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die Jury - ich habe mich über diese Würdigung sehr gefreut.

 

 

Der Text der dazugehörigen Urkunde lautet wie folgt:

 

 

Urkunde zur August Wetzler Medaille 2007

 

Verleihung der August-Wetzler-Medaille an Herrn Ulrich Lieven, Bedburg

 

Herr Ulrich Lieven (Pestalozzistr.8, 50181 Bedburg) wird hiermit aufgrund seiner Verdienste in der Wissenschaft die August-Wetzler-Medaille verliehen.

 

Herr Lieven hat die geologisch-paläontologische Erforschung der nähren und weiteren Heimat in den Tagebauen der RWE Power AG seit Jahren intensiv betrieben.

 

Dass Herr Lieven auch noch zu seiner umfangreichen Sammeltätigkeit eine Menge wissenschaftlicher Objekte u. a. dem Naturmuseum Augsburg unentgeltlich vermacht hat, bestätigt sein hohes Verantwortungsgefühl für seine Funde und sein Verständnis für die fossile Überlieferung seines Gebietes – unterstützt durch seine hervorragende Art der Dokumentation.

 

Zusätzlich hat Herr Lieven eine besondere Vorliebe für recht gegensätzliche Forschungsgebiete entwickelt: Einmal die Trilobiten, die Seeigel und Ammoniten, aber auch Pflanzenreste wie tertiäre Blätter und Früchte.

 

Seit vielen Jahren sucht der Geehrte bei Wind und Wetter in allen möglichen Schichten des rheinischen Jungtertiärs und hat gezeigt, was man mit fundiertem Wissen, persönlichem Engagement, Entdeckerfreude und systematischer Arbeit leisten kann. Nicht zu vergessen ist dabei, dass dies fast ohne Unterstützung durch offizielle Stellen durchgeführt wurde. So konnten auch alte Funde wie Schildkröten, Fische oder sogar Baumstämme wiederaufgefunden bzw. neu gewürdigt werden.

 

Zuletzt muss erwähnt werden, dass ihn mit anderen Sammlern ein gutes und faires Verhältnis verbindet und dass eine Menge überaus interessanter Funde geborgen wurden. Schließlich und endlich ist besonders zu Erwähnen, dass Herr Lieven seine Funde überaus großzügig der wissenschaftlichen Bearbeitung zur Verfügung gestellt hat und noch immer stellt und dass auf diese Weise bedeutende Funde bearbeitet werden konnten. Man denke nur an Liquidambar lievenii, der erste Nachweis eines Vertreters der rezenten Liquidambar formosana in Europa.

 

Zuletzt sei erwähnt, dass er als „Führer“ bzw. Betreuer der sog. Hambach-Truppe die letzten Jahre ein überaus angenehmer und kompetenter „Primus inter pares“ war und sich der allgemeinen Wertschätzung der Teilnehmer erfreut.

 

Wir wünschen dem Träger der August-Wetzler-Medaille weiterhin viel Erfolg bei seiner Arbeit, viele Funde und viele gleichgesinnte Freunde.

 

 

gez. Kreisheimatpfleger in Günzburg, Josef Weizenegger

gez. Leiter des Naturmuseums Augsburg, Dr. M. Rummel

gez. Leiter des Paläobotanisch-Biostratigraphischen Arbeitskreises in Günzburg und Augsburg, Dr. H.-J. Gregor

 

 

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